Feuer nicht unter KontrolleBehörden evakuieren 200 Menschen wegen Waldbrand am Gardasee
Italien ist ein beliebtes Urlaubsziel im Sommer. Doch aktuell bereiten Hitze, Trockenheit und Waldbrände große Sorgen. Am Gardasee müssen nun 200 Menschen evakuiert werden, weil ein Feuer sich seinen Weg bahnt. Davon sind auch zahlreiche Touristen betroffen.
Wegen eines großen Waldbrandes am Gardasee in Oberitalien sind mehr als 200 Menschen evakuiert worden, darunter zahlreiche Urlauber. Das Feuer wütet nach Angaben der Feuerwehr auf dem Gebiet der Gemeinde Tignale am Westufer von Italiens größtem See. Vorsichtshalber mussten sich auch mehrere Dutzend Urlauber, die in einer Ferienanlage untergebracht waren, in Sicherheit bringen. Auch mehrere Ferienhäuser mussten geräumt werden.
Der Brand in den Bergen oberhalb des Ufers verbreitete sich nach Angaben der Feuerwehr am Freitagabend sowie in der Nacht rasant weiter. Auch am Vormittag waren noch zahlreiche Einsatzkräfte bemüht, das Feuer unter Kontrolle zu bringen - bisher allerdings ohne Erfolg. "Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf die Eindämmung der Feuerfronten und den Schutz einiger Wohnhäuser", hieß es.
Der Gardasee gehört zu Italiens beliebtesten Urlaubsregionen. Jetzt im Sommer verbringen dort auch zahlreiche Touristen aus Deutschland ihre Ferien. Die Feuerwehr war mit Löschflugzeugen und Hubschraubern im Einsatz.
Italien leidet seit Wochen von Nord bis Süd unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils mehr als 40 Grad. Deswegen gilt seit wenigen Tagen in allen 27 Großstädten, die unter Beobachtung des Gesundheitsministeriums stehen, die höchste Warnstufe für Hitzealarm. Alarmstufe Rot wird von der Regierung in Rom erlassen, wenn es extreme Hitze verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit gibt. Das bedeutet akute Gesundheitsgefahren nicht nur für ältere Menschen und andere Risikogruppen, sondern auch für Gesunde und sportlich Aktive.
Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben auch Auswirkungen auf Italiens Flüsse und Seen. Am längsten Fluss Italiens, dem Po, messen Behörden an sämtlichen Stationen deutlich niedrigere Wasserstände als sonst in dieser Jahreszeit. Der Lago Maggiore in Oberitalien, nach dem Gardasee Italiens zweitgrößter See, nähert sich nach Medienberichten einem historischen Tiefststand. Im nördlichen Teil der Adria wiederum wurden für das Mittelmeer Temperaturen von mehr als 30 Grad gemessen.
